Schützenverein Jagdschloss will attraktiver werden


„Endlich wieder eine Mitgliederversammlung“, meint Oberbürgermeisterin Margret Mergen zu Beginn ihrer Ansprache an den Schützenverein Jagdschloss. Der Raum ist bis fast auf den letzten Platz besetzt. Unter Corona-Auflagen ist ein normaler Vereinsbetrieb wieder möglich. OB Mergen ist gekommen, um den langjährigen Vorsitzenden Peter Bleich für seine vielfältigen Verdienste mit der Staufermedaille des Landes Baden-Württemberg zu ehren. Nach 32 Jahren als Vorsitzender hatte er letztes Jahr sein Amt an Marcus Friedrich weitergegeben. Sichtlich gerührt nimmt Bleich die Auszeichnung unter dem Applaus der etwa 40 Anwesenden entgegen.

Weitere Ehrungen gibt es für seine Frau Waltraud Bleich, sowie für Gertrud Huhmann, Roland Meyer, Thomas Ehler, Hans-Peter Ewald und Peter Wick für jahrzehntelange Mitgliedschaften im Deutschen Schützenbund DSB.

Oberschützenmeister Friedrich blickt auf ein schwieriges und erfolgreiches Jahr zurück. Wegen der Pandemie konnte der neue Vorstand lange Zeit nur online tagen. Obwohl das Schießtraining wochenlang nicht möglich war, befinde sich der SV Jagdschloss in einem stabilen Zustand. Meisterschaften, Feste und Veranstaltungen fielen wegen Corona aus. Entsprechend kurz sind auch die Berichte der Spartenleiter. „Wir haben nicht viel zu erzählen“, sagt Sisto Baldoni, der für die Jugendarbeit zuständig ist. Immerhin, ergänzt er, wurden zwei neue Luftpistolen angeschafft. Die größte Investition, so Schatzmeisterin Franziska Späth, war die Renovierung des Pistolenstandes für rund 14.000 Euro. Der kleinste Posten sind die Zinseinnahmen in Höhe von 2 Euro.

Schriftführerin Christiane Schulz trägt vor, was der Vorstand im ablaufenden Jahr geleistet hat. So wurde zunächst eine neue Software für die Vereinsverwaltung eingeführt. Der Vorstand hat die Satzung und die Gebührenordnung überarbeitet, der Pistolenstand erhielt ein neues Dach und der Verein öffnet sich für neue Sportdisziplinen außerhalb des Reglements des DSB.

Der Abstimmungsmarathon über die diversen Satzungsänderungen und Gebühren nimmt die Konzentration der Teilnehmer in Anspruch. Letztlich werden die Vorschläge des Vorstands einstimmig oder mit großer Mehrheit angenommen. Zum Schluss geht es um die Tradition des Vereins und die Grundsätze des sportlichen Schießens. Nach dem Willen des Vorstands ist es jetzt möglich, dass Mitglieder zusätzlich zur Zugehörigkeit zum DSB auch eine Mitgliedschaft beim Bund Deutscher Schützen BDS beantragen können. Dieser Verband ermöglicht Großkaliberschützen deutlich mehr sportliche Disziplinen, etwa beim dynamischen Schießen oder in der Vielfalt der Waffen. Rund zwei Dutzend Mitglieder haben sich bereits der BDS-Gruppe im SV Jagdschloss angeschlossen. Kritiker dieser Entwicklung sehen darin eine Abkehr von den Werten des Vereins und eine Gefahr für die Einheit. Die Befürworter sprechen von einer Ergänzung des bestehenden Angebots und neuer Attraktivität für den Sport. Die Diskussion verläuft leidenschaftlich; letztlich setzen sich die Erneuerer deutlich mit großer Mehrheit durch.

Am Ende ziehen Oberschützenmeister Friedrich und sein Vize Nils De Luca ein positives Fazit. De Luca freut sich über die Diskussion. Nun gelte es, die Gemeinschaft zu stärken und den Verein nach vorne zu bringen. Und Friedrich sagt: „Die Frage, wie kann ich helfen, wirkt Wunder.“


Vorstand Marcus Friedrich und Nils De Luca

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